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Geschichten, Gedichte, Gedanken und aktuelle Neuigkeiten von womöglich hysterischer Bedeutung.

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"VI: Haben oder Sein" nominiert für Preis der deutschen Schallplattenkritik

Was für eine Ehre. Unser neues Album ist in der Kategorie "Liedermacher" für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert worden. Wir freuen uns und sind dankbar! :-) 

 

"BLAUER LÖWE" 

FÜR SCHRIFTSTELLER UND MUSIKER

Landkreis-Kulturpreis für Jens Böttcher aus Rosengarten

Autor: Christoph Ehlermann


ce. Rosengarten. Der freischaffende Musiker und Schriftsteller Jens Böttcher (54) aus Rosengarten erhält den diesjährigen Kulturpreis "Blauer Löwe" des Landkreises Harburg in der Sparte "Wortakrobaten". Mit der Auszeichnung wird das langjährige und professionelle kreative Schaffen des auch von Live- und TV-Auftritten bekannten, charismatischen Künstlers gewürdigt.
Der "Blaue Löwe“ wird seit 2005 jährlich in wechselnden Sparten ausgeschrieben. Die Jury besteht aus Journalisten lokaler Medien - darunter WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann -, aus Vertretern der Sparkasse Harburg-Buxtehude, des Landkreises und der regionalen Kulturinstitutionen. Sie wählt aus den Bewerbern einen Gewinner aus. Das Preisgeld von 2.000 Euro wird von der Stiftung der Sparkasse gestellt und bei der Preisverleihung überreicht. Diese findet Corona-bedingt am 23. November im kleineren Rahmen statt und wird per Livestream übertragen.
"Neben seinem gesamten Wirken haben uns vor allem Jens Böttchers aktuelle CD ‚VI: Haben oder Sein' und das dazugehörige Video überzeugt“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Das kürzlich erschienene Album sei ein "poetisches, gesellschaftliches und persönliches Statement in 13 neuen Songs". Anders als auf Böttchers vorherigen Alben spielte er die neuen Songs nicht mit einer Band, sondern mit Streichern ein. "Unsere Gesellschaft scheint sich wie in einem stillen Abkommen darauf geeinigt zu haben, dem 'Haben' deutlich mehr Gewicht zu geben, gleichzeitig ist die Sehnsucht der Menschen nach einem 'reinen Sein', das ohne Druck und Bedingungen ausgelebt werden könnte, so deutlich spürbar", erklärt Böttcher im Gespräch mit dem WOCHENBLATT zur Idee hinter dem Album. Er habe den Titelsong vor Corona geschrieben: "Aber jetzt scheint er mir wichtiger als je zuvor."
Im berührend-bedrückenden Video zum Titeltrack (https://www.youtube.com/watch?v=0mrVDGM35TU) verkörpern die virtuosen Zirkusartisten Milena und Christopher auf menschenleeren Straßen und Plätzen die Rollen von „Haben“ und „Sein“. "Das gespenstische Setting symbolisiert einerseits die Kälte der Gier, des rücksichtslosen Haben-Wollens. Gleichzeitig ist das 'Sein' auch hier präsent, wie eine Fee, ein guter Geist, der das Haben zu betören in der Lage ist", erklärt Jens Böttcher. Das Ende des Kurzfilms bleibe bewusst offen: "Auch hier geht es dann wieder um die Frage an uns alle: Wofür werden wir uns langfristig entscheiden?"
"Für mich ist es eine besondere Ehre, mit dem Kulturpreis des Landkreises Harburg ausgezeichnet zu werden", freut sich Böttcher. Seit 30 Jahren wohne er im "schönen Rosengarten" und sei der gesamten Region "von Herzen verbunden, denn hier finde ich immer wieder Frieden für meine Seele“.
Jens Böttcher hat seit 2005 verschiedene Alben herausgebracht, die er mit seiner Band, dem "Orchester des himmlischen Friedens“, regelmäßig auf Konzerten in Deutschland und der Schweiz präsentiert. Als Schriftsteller veröffentlichte er mehrere Bücher, zuletzt "Herr Sturm und die Farbe des Windes“ und "Der Tag, an dem Gott nicht mehr Gott heißen wollte“. Religiöse Aspekte klingen bei Böttcher, der 2001 auch durch persönliche Krisen "vom melancholisch Suchenden zum christlichen Glauben konvertierte", in Liedern und Büchern immer wieder an. "Für mich ist Glaube etwas, das Toleranz, Freiheit, Barmherzigkeit, Sanftmut und Liebe impliziert und begünstigt", so seine Definition.
Den Fernsehzuschauern ist Jens Böttcher bekannt als TV-Autor unter anderem für das Satiremagazin „Extra 3“ durch seine eigene Talksendung "Tiefsehtauchen“ auf YouTube.
• Erstmals wird der Kulturpreis "Blauer Löwe" auch an eine Newcomerin vergeben. Annika Henrike Meyer (16) lebt in Neu Wulmstorf und hat die Jury mit ihren tiefgründigen Poetry-Slam-Texten und den dazugehörigen Videos überzeugt. "Annika Henrike Meyers Texte haben uns – besonders vor dem Hintergrund ihres Alters – sehr beeindruckt. Deshalb haben wir uns entschieden, dieses junge Talent ebenfalls zu würdigen“, so die Begründung. Als Preisgeld gibt es 500 Euro.



Jens Böttcher - Haben oder Sein. Blog, 3.8.2020



VON DER LAGE DER WELT, DES LANDES, DER SPALTUNG; VON WACHSENDER ÜBELKEIT UND DER NOTWENDIGEN KUNST, STEINE FALLEN ZU LASSEN



Liebe Freunde,



vielen Dank für eure liebevollen Glückwünsche zu meinem Jahrestag. Ich freue mich darüber sehr. Ich nutze mal kurz das Potential der mit dem Lebensalter wachsenden Weisheit, um das folgende zu fragen und zu sagen. Wer mag, kann es gern teilen, denn es ist wichtig.


Was geschieht hier gerade in uns? Ich finde unsagbar bedrückend, was unserer Gesellschaft gerade widerfährt oder besser gesagt: was sich hier entfesselt. Vor einigen Wochen schrieb ich schon von der Sorge, dass die Menschen sich nur noch anschreien, statt sich gegenseitig zuzuhören, sich ernstzunehmen, sich zu achten, auch Gegenmeinungen zu hören, vielleicht gar zu akzeptieren, wenigstens einen Konsens zu finden, der uns in der Uneinigkeit doch ein Stück weit eint und als Basis für Toleranz dienen könnte, nämlich diesen: Die Welt hat Angst. Wir ALLE haben Ängste, die sich ganz vielfältig ausdrücken. 



Es gibt die Angst davor, Gewohntes zu entbehren, zu verlieren (zum Beispiel gesellschaftliche Strukturen, Führung durch eine normalerweise routiniert-souverän agierende Obrigkeit, an deren Zuverlässigkeit die meisten von uns trotz aller angebrachten Kritik gewöhnt haben, ein System, das wir Demokratie nennen, in dem es möglich ist unterschiedlicher Meinung zu sein und das wir alle im Grunde sehr hoch schätzen, wenngleich nicht alle von uns den Gedanken des Geführt-werden-Wollens auf die gleiche Weise in sich tragen. Es gibt aber auch die Angst vor anderem Verlust – zum Beispiel dem unseres Einkommens, unserer Lebensgrundlagen, unserer Sicherheit, unserer Gesundheit, gar unseres Lebens, Angst vor Vereinsamung, vor dem Zurückgelassenwerden. Und es gibt die Angst vor Bevormundung, vor dem Verlust von noch etwas anderem, nämlich unserer Freiheit, darin Angst vor dem Eingriff in unsere Grundrechte, die wir alle ebenfalls hoch schätzen, wenngleich einige von uns dieser Tage vielleicht auch bemerken, dass es eine bessere Idee sein könnte, manche Dinge grundsätzlich anders zu regeln (zB zwischendurch mal per Volksentscheid über gewisse Änderungen abzustimmen oder neu zu gründende Parteien ins Geschehen zu involvieren, die für Innovationen stehen, ohne dabei radikal zu sein) Überdies werden sich einige von uns derzeit auf bisher ungekannte Weise darüber klar, dass unsere routinierte und traditionell anerkannte (weil von uns gewählte) Obrigkeit neben ihren vordergründigen organisatorischen und leitenden Aufgaben durchaus auch andere Interessen verfolgt, zum Beispiel, ähem, solche von bedeutenden finanziellen Interessen (wir erinnern uns aber: Macht war schon immer der Gefahr ausgesetzt, dramatischen Interessenskonflikten zu unterliegen). 



Halten wir kurz fest: All diese Ängste sind berechtigt. Und deshalb dürfen sie auch alle da sein. Weil sie ja da SIND. Was mich entsetzt und weiter sorgt, ist nun der Umgang der Ängstlichen miteinander. Da stehen nun – gefühlt – auf der einen Seite jene, die dem Narrativ folgen, dass die derzeitigen Einschränkungen allesamt richtig und nötig sind, dass die Regierungen dieser Welt sich nach bestem Wissen und Gewissen zu unser aller Wohl verhalten, unsere Gesundheit, unser Leben zu retten, folgerichtig, dass es doch wohl nicht schlimm ist, mal ein paar Monate nicht arbeiten zu können (als Solo-Selbstständiger zum Beispiel) eine Maske zu tragen etc. Dabei ist allerdings nicht berücksichtigt, dass es vielen der Anderen eben um etwas ganz anderes geht, als um die bloße Maskenpflicht (siehe eben: es ist darin die Angst vor einer Entwicklung, die die Demokratie ihrer Fundamente beraubt, die Masken sind also nur ein Symbol) Und diese Menschen aus Gruppe 1 beschimpfen nun die große Menge jener, die das anders betrachten, respektlos als „Covidioten“, als „Nazis“, „Corona-Leugner“ und als „Verschwörungstheoretiker“ etc. (und selbstverständlich gibt es in Gruppe 2 auch tatsächlich solche, auf die diese Beschreibungen zutreffen, die vielen anderen werden damit allerdings sehr arg beleidigt, zumal ja fast niemand Corona „leugnet“, sondern der Protest eigentlich darauf zielt, dass wir alle gern besser informiert wären). Die andere, nun so beleidigte und gekränkte Gruppe beschimpft nun ihrerseits Gruppe 1 ebenfalls vollkommen respektlos als „Gehirngewaschene“, als „Nichtsmerker“, als „Denunzianten“ und als „uninformierte, der Obrigkeit nachlaufende Lemminge, die sich freiwillig einen Bill-Gates-Chip implantieren lassen wollen“ (und hier ist es genauso – selbstverständlich trifft auch dies womöglich hin und wieder zu, die meisten hier allerdings suchen auf ihre Weise nachvollziehbar bloß den besten Weg zurück in die sogenannte „Normalität“, die Sicherheit zurückbrächte (die es übrigens höchstwahrscheinlich nicht wieder geben wird, aber auch darüber fehlen uns ja verlässliche Informationen). Und es sei hier mal kurz festgehalten: Die Kommunikation ist in all dem desaströs, und zwar leider von allen Beteiligten. 



Die Beschimpfungen nehmen derweil an Schärfe zu, so wie die Spaltung der Gesellschaft an Intensität. Für mich als naiven Künstler-Romantiker, der bis vor kurzem noch recht fest darauf hoffte, dass die Menschen in Notsituationen tatsächlich näher zusammenrücken würden, ist das ein ziemlicher Nackenschlag.  Wenn ich dieser Tage meine Facebook-Startseite durchscrolle und die vielen arroganten, ausgrenzenden, rechthaberischen Posts von Hüben wie Drüben durchlese, wird mir wirklich kotzschlecht. Wie gesagt – ich schrieb vor Wochen schon einmal Ähnliches, nur ist dummerweise seither nichts besser geworden. Ich frage mich jetzt, wie es angehen kann, dass auch die vermeintlich Klugen, die Weisen, die Milden, die Spirituellen unter uns scheinbar mehr und mehr diesem Gift zynischer Überheblichkeit zur Wahrung des eigenen Rechthabens zum Opfer fallen. 



Man muss doch wirklich kein studierter Soziologe sein, um zu bemerken, dass es die Angst ist, die uns alle treibt. Siehe oben. Die Erkenntnis ihrer Existenz (der Angst) wäre das Fundament für einen Konsens, der uns zwischendurch mal durchatmen und die emotionalen oder intellektuellen Waffen fallen lassen würde. Ist es denn so schwer zu verstehen, dass sowohl die Menschen, die Angst vor Corona haben und nach (klugen) strengen Regeln rufen, ihre Gründe haben, dies zu tun, als auch jene, die aus Angst vor weitreichendem Machtmissbrauch und nach jahrelangen (weltweiten) Enttäuschungen diesbezüglich auf die Straße gehen und überdies eine Gesellschaft wünschen, in der ihre Sorgen (auch von der Politik) überhaupt beachtet würden? So wie es jetzt ist, reden alle mit Schmackes aneinander vorbei und fangen irgendwann an, die Luft anzuschreien (da von der vermeintlichen und nun zu oft beleidigten Gegenseite sowieso keiner mehr zuhört). 



Ich möchte euch, also alle meine Facebook-und-sonstigen-Internet-Freunde, hiermit bitten, endlich angemessen respektvoll miteinander umzugehen. Es verursacht mir echte Übelkeit, diesen Hass, diese Arroganz, diesen Zynismus, diese Rechthaberei länger mitanzusehen. Es fühlt sich an, als wäre wir alle in eine riesige Sandkiste geraten, in der vorpubertierende Kinder darum streiten, wer nun als Nächstes wem eine mächtige Schippe nassen Sand ins Gesicht kippen darf. Darin ist so viel persönlich Unverarbeitetes, so viel armselige Feindseligkeit. Das ist traurig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nur dass die erwachsenen Kinderbanden in dieser großen Sandkiste meinen, selbst mit dem nötigen Intellekt, dem nötigen Wissen und der Fähigkeit des Rechtsprechens/Urteilens ausgestattet zu sein. Dies allerdings ist eine mächtige Illusion. Solange wir in Bezug auf Corona (aus welchen Gründen auch immer) keine wirklich verlässlichen Informationen haben, hat keiner von uns das Recht über irgendwas und irgendwen zu urteilen. Deshalb sollte das unsere Priorität sein: Unsere Regierenden und Wissenschaftler weiter aufzufordern, uns verlässliche Informationen und Zukunftsvisionen zu präsentieren, sobald oder sofern das möglich ist (auch dafür ist übrigens Meinungsaustauch nötig. Meinungsmonopol hilft da nicht) Dass dieser Informationsfluss, den wir alle ersehnen, nicht fließt, sondern nur ein solch müdes Rinnsal ist, ist ja gelinde gesagt erbärmlich. Auch darin könnten wir uns einig sein. Aber die Menschen, die unsere Parteien anführen, sind ja leider auch keine Heiligen und Allwissenden, sondern sonderbare und überforderte Menschen, wie du und ich. In diesem Falle betrifft das nun leider auch die Kommunikationsfähigkeit. Da liegt etwas offensichtlich sehr im Argen. Aber wenn man sich darüber beschweren möchte, sollte man wenigstens selbst damit beginnen, es anders zu machen. Was hindert euch? 



Erinnert sich noch wer an das wundervolle und tiefe Gleichnis, in dem Jesus einer Frau beisteht, die voller Angst darauf harrt, dass die Rechthaber unserer/jeder Gesellschaft ihr einen Haufen Steine an den Kopf wirft? Er stellt sich vor sie, schützt sie vor den Angriffen des Zorns, lässt jede Wertung, jedes Urteil über sie vom Winde verwehen und sagt zu den selbstgerechten Blökern seiner Zeit, die ja auch die selbstgerechten Blöker unserer Zeit sind: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Ich adaptiere das jetzt mal: Wer ohne Angst ist, werfe den ersten Stein. Wir ALLE, die wir gerade meinen, „Bescheid zu wissen“ und urteilen zu dürfen, haben diese Steine in der Hand, bzw. sie fliegen längst wild durchs Land. Und durch die Welt. Unsere Politiker, unsere Medien werfen sie ebenso, wie die vielen „anderen Unschuldigen“, die sich hier in den Untiefen des Webs tummeln. Das ist erbärmlich. Lasst uns lieber endlich die Angst umarmen und darauf anstoßen, dass wir alle uns gerade in einem Sturm befinden, den niemand besänftigen kann außer uns selbst. 



Da wo Toleranz, Milde und Güte einkehren, wird der Hass entmachtet. Da wo Liebe weht, wird die Angst gelindert. Das geht aber nur zusammen, das müssen wir alle erlauben, zulassen. Wenn es nur einer von zehn macht, wird er derjenige sei, der die nächste Ladung Sand ins Gesicht bekommt. Aber ist es nicht wirklich vollkommen absurd? Keiner von uns hat Recht! Krass! Ist das denn so unerträglich? Wer ist denn der Feind? Alle, die vor etwas anderem Angst haben, das sich von der eigenen Angst unterscheidet? Deshalb ziehen die Menschen in den Krieg? – „Ich habe Angst vor dem Himmel, also hasse ich dich, weil du Angst vor dem Meer hast“? Verzeihung, aber das ist an Dämlichkeit tatsächlich kaum zu überbieten. Wo gehen wir hin?



Ps Wenn du anfängst deine Feinde zu lieben, hast du ganz plötzlich keine mehr. 

Das neue Album "VI: Haben oder Sein" ist im schwarzweissradio-Shop und bei Bandcamp.com erhältlich.

VI: Haben oder Sein

Das neue Album. Erhältlich als Digipack mit 24-Seiten-Booklet im schwarzweissradio-Shop oder als Download bei Bandcamp.com. 

Morgen werden wir blühen + Haben oder Sein (Albumversion) + Weil du bist + Was immer + Sie erinnert mich an dich + Alles wird anders + Schwester + Alles über dich + Valentinstag + Begrabt mich + Vertrau mir + Leuchtturm + Leb wohl, Geliebte 

Haben oder Sein (Bandversion) b/w Mehr als du selbst. Exklusive Vorab-Single!

Das "Haben oder Sein"-Album kommt am 23.6.! Bei Bandcamp und Itunes könnt ihr die Bandversion des Titelsongs und eine exklusive B-Seite anhören und downloaden. Das Video zu "Haben oder Sein" ab sofort in der YouTube. 

Leitsterne ... 

Jens Böttcher über das Album und die Songs auf „VI: Haben oder Sein“


Jens, du bist Musiker, Schriftsteller und Fernsehschaffender, u.a. für das Satiremagazin Extra 3 und deine eigene Talksendung „Tiefsehtauchen“ – und du veröffentlichst in schöner Regelmäßigkeit Alben und Bücher. Hast du einen geheimen Vorrat an zur Verfügung stehender Zeit?


(lacht) Nein, aber der Trick ist ganz leicht: Ich mache ja immer nur eins zur Zeit. Und jetzt ist wieder Zeit für Musik. Danach kümmere ich mich um ein neues Buch.


Du machst poetische Singer/Songwriter-Musik, kommst aber eigentlich eher aus dem Rock und dem Punk. Wie geht das zusammen?


Ich habe das Gefühl, dass alles was uns im Leben prägt, sich immer wieder Wege sucht, zusammenzufinden, sich in uns zu harmonisieren. Wir haben ja alle unendlich viele Einflüsse, jeder Mensch, jeder ganz persönlich. Wir sind bunte und vielfältige Wesen und ich finde es schön, wenn man Schubladendenken vermeidet. Ich liebe es, Musik zu machen und ich liebe Kunst immer dann, wenn man ihr abspürt, dass sie echt ist und von Herzen kommt. In der Musik kann das dann Punk sein oder Pop oder Alternative oder Swing oder Polka. Oder vielleicht auch Punkpopswingpolka (lacht).


Wann erscheint das neue Album?


Offiziell wird es Mitte oder Ende Juni veröffentlicht. Aber alle, die uns so großartig beim Crowdfunding unterstützt haben, bekommen es vorher, so schnell wie möglich. Wir sind jetzt gerade in der letzten Phase von Mixen und Mastern und hoffen, dass dann Ende Mai, spätestens Anfang Juni das Album und die EP fertig sein werden. 


Das Album hat nun diesen ungewöhnlichen, reduzierten Folk-Kammerorchester-Klang, weil ...


… weil ich nach den letzten Alben „Revolution“ und „Unsterblich“ und dem „halben Album“ „Heimweh nach einem Traum“ (die mich alle sehr glücklich gemacht haben) den Wunsch hatte, die neuen Songs irgendwie intimer und zerbrechlicher klingen zu lassen. Sie sollten nicht zu sehr „durchdacht“ sein, sondern extrem dicht an dem Gefühl bleiben, in dem sie komponiert wurden. Ich musste zwischendurch an den schönen Spruch des Produzenten Rick Rubin denken, der ja u.a. ein paar fantastische, spartanische Platten mit Johnny Cash gemacht hat. Rubin hat mal gesagt: „Wenn die Demos besser klingen, als das Album, dann sind die Demos das Album“. Mit dieser Attitüde habe ich dann angefangen, bei mir zuhause aufzunehmen. Produzent Karsten Deutschmann hat dann im nächsten Schritt die Streicher arrangiert und sie dann im Studio gemeinsam mit der Cellistin Anne Maren Falk zu meinen Spuren hinzugefügt. Karsten spielt dazu Viola und Violine, ansonsten sind da nur noch meine Gitarren und mein Gesang. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis und hoffe, dass die Menschen es trotz oder grade wegen der Ursprünglichkeit gern hören werden.


Der Titel des Albums ist auch Titel eines Buches des Sozialpsychologen Erich Fromm, weil …


… das Buch mir immer wichtig war und weil Fromms Botschaft bzw. die Frage darin mich immer sehr bewegt hat. Und sie ist ja jetzt noch aktueller. Und dabei geht es nicht nur vordergründig um das Haben von Dingen, sondern auch um das Haben von Kontrolle. Wir sagen ja auch, dass wir Kinder haben oder Ehepartner haben oder ein gutes oder ein schlechtes Leben haben. Es ist interessant, wie die Sprache da funktioniert und was wir damit eigentlich jeweils aussagen. Das sitzt in uns allen sehr tief. Es ist aber doch ein Riesenunterschied, ob wir sagen: „Ich habe eine Frau/einen Mann“ oder „ich bin mit dir zusammen“ oder „Ich habe einen Hund oder ich habe ein Pferd oder ich habe eine Krankheit“ vs „Ich teile mein Leben mit einem wundervollen Wesen bzw. ich versuche mit einem widrigen Umstand umzugehen, der mein Sein aber in der Tiefe nicht verändert“. Die Frage, ob wir etwas besitzen wollen oder aus einer vertrauenden, geborgenen Verankerung im Leben das Sein erspüren möchten, um es als Basis für unseren Umgang mit uns selbst, mit den anderen, mit der Natur, mit den Tieren, mit der Welt zu benutzen, scheint mir jetzt gerade wichtiger als je zuvor. Die Corona-Krise scheint die Frage dieser Tage und Wochen in fettgedruckten Lettern an uns alle zu versenden. In welche Richtung gehen wir jetzt als Individuen und als Gesellschaft? Wollen wir weitermachen wie bisher? Oder besinnen wir uns auf die Erfüllung einer Sehnsucht, die in uns allen ist – Schluss mit dem Wachstumswahnsinn, Schluss mit den Kriegen im Innen und Außen? Hinwendung zur Empathie und zum Miteinander? Ist das möglich? Aber bei all diesen Gedanken, war es trotzdem immer noch eine intuitive Entscheidung, das Album so zu nennen, ich betrachte es ja nicht als Konzeptalbum. In meinen Songs geht es ja sowieso immer um die Frage freiheitlichen Seins in einem Leben, das uns alle immer wieder vor die komplizierte Frage stellt, wie Freiheit und Liebe auf unseren eigenen Lebenswegen eigentlich zu erreichen sind. Und das bleibt auch verflixt schwer zu beantworten, weil kein einziger von uns schon angekommen ist und somit das Recht hätte, andere zu belehren oder den Zeigefinger zu heben. Der Gedanke einer Zwangsmissionierung zu dem, was man selbst für „Wahrheit“ hält, ist etwas, das mich im Leben mehr und mehr gruselt. Mich erschreckt deshalb gerade sehr, dass eben das in der Welt in dieser Corona-Zeit so entfesselt wird. Die vielen „Wahrheiten“, die sich gegenüberstehen und die Vehemenz, mit denen die Vertreter unterschiedlicher Gesinnungen sich gegenseitig anpredigen und anpöbeln. Ich finde das jedenfalls deutlich beängstigender als Corona. 


Und die anderen Songs auf dem Album?


Es ist ja insgesamt ein sehr leises und persönliches Album geworden: zarte Liebeslieder neben Klageliedern, Protestsongs neben Ermutigungen, und ich hoffe, es ist geglückt, sie klingen zu lassen wie stimmlose Rufe aus tiefster Stille. Sie sind wie ein Tagebuch, das sich selbst schreiben wollte. Ich habe an diesen Songs tatsächlich nur dann geschrieben, wenn sie selbst es wünschten. Und ich freue mich riesig darüber, dass sie nun ihre Reise zu den Herzen antreten dürfen.


Du bist bekannt für hoffnungsvolle, oft sogar tröstende Musik. Einige der Songs auf diesem neuen Album klingen aber recht dunkel, weil …


… es die Wahrheit ist, dass viel Dunkelheit uns umgibt. Ich habe zwischendurch mit mir gerungen, Songs wie „Schwester“ oder „Begrabt mich“ auf das Album zu nehmen, mich dann aber doch dafür entschieden, weil ich diese verschiedenen Seelenfarben jetzt einfach zulassen wollte. Gerade in den schwereren Liedern geht es eben auch um die Folgen des „Haben-Wollens“.

„Schwester“ ist ein Song über die dysfunktionale Familie Mensch, die es dem Überfluss und dem Reichtum zum Trotz nichtmal fertig bekommt, die Hungernden zu speisen, die Armen zu versorgen und die Traurigen zu trösten. „Begrabt mich“ hat zwei Ebenen, es ist einerseits die Klage des Stimmlosen, der anders fühlt und denkt, als die Masse und dann als Folge von ihr ausgeschlossen wird, weil er durch seine Sehnsüchte und sein kompromissloses Wesen zu einem lebendigen Vorwurf wird. Zudem eröffnet es in der letzten Strophe die unvorstellbare Klage eines Vaters, dessen Kind auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken ist. Aber niemand hört ihm zu. Niemand interessiert sich für ihn und sein Leid. Diese Dinge geschehen ja. Sie sind in uns selbst und sie umgeben uns täglich. In ihnen ist eine Frage verborgen und die Antwort ist eigentlich klar. Auch wenn man nicht gläubig ist – im Sinne von Glauben-an-etwas-das-größer-und-liebevoller-ist-als-wir-selbst – findet man sie ja schon im Kant'schen Imperativ: Behandele andere Menschen immer so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Nur offenbar sind wir alle noch nicht so weit. Dieser Leitsatz zieht sich aber schon durch alle Religionen, Philosophien, Hippiekommunen und wahrscheinlich auch Kegel- und Häkelvereine – wir alle wissen doch eigentlich, dass es richtig wäre und scheitern doch selbst immer wieder kläglich an der konsequenten Verinnerlichung. Wir alle haben Ängste, Nöte, Auslöser für unseren Egoismus, die uns buchstäblich gefangen halten, also verdrängen wir mit aller Vehemenz. Die menschliche Seele ist kompliziert. Trotzdem verändert es auf jeden Fall etwas, wenn wir Liebe und Empathie zu unseren Leitsternen machen. 


Und damit zu den typischen, zarten Songs, die ja auch wieder vertreten sind ...


Ja, natürlich sind sie auch da, sie alle kommen ja auch aus der Sehnsucht, aus dem Suchen, dem Gefundensein, aus den Tiefen meines Herzens. Songs wie „Valentinstag“, „Weil du bist“ und einige mehr, sind Liebeserklärungen an einen besonders wundervollen Menschen – und an die Liebe selbst. „Vertrau mir“ und „Was immer“ sind Ermutigungen, am Glauben an gute Entwicklungen festzuhalten, dabei einen eigenen Weg weiterzugehen, der mehr und mehr zum Echtsein führt.

Letztlich hoffe ich, dass die Mischung aus hell und dunkel auf dem Album die Seelen der Hörer auf besondere Weise zu berühren vermag, so wie ich selbst ja beim Schreiben davon berührt war. Und ich hoffe, dass die Menschen das ganze Album sogar am Stück hören mögen, auch wenn man dabei vielleicht schlecht Smalltalk betreiben oder Wäsche bügeln kann (lacht).


Was ist mit den aussortierten Songs passiert?


Einige landen auf der EP, die wir exklusiv beim Crowdfunding angeboten haben, die anderen bleiben erstmal in meinem Giftschrank, äh, Archiv.


Vom Titelsong „Haben oder Sein“ gibt es zwei Versionen, weil …


… wir an den Song glauben und möchten, dass ihn möglichst viele Menschen hören. Wir haben deshalb zusätzlich zur sparsamen Albumversion eine rockende Bandversion eingespielt, die nicht auf dem Album sein wird, aber als Download erhältlich ist. Letztes Wochenende haben wir ein Video dazu gedreht und wir werden dann auch einige Radiostationen und Kulturredaktionen damit bemustern. Und natürlich hoffen wir darauf, dass viele Menschen den Song teilen und in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis davon erzählen. 


Wirst du mit Henry Sperling und Karsten Deutschmann, dem sogenannten Orchester des himmlischen Friedens, mit dem Album auf Tour sein?


Wir wollten viele Konzerte spielen und waren schon in den Vorbereitungen für den Herbst, auch ein Releasekonzert hatten wir natürlich in Planung, das werden wir wahrscheinlich nun wahrscheinlich im Juni einfach streamen. Durch Corona ist alles anders. Es scheint derzeit alles nicht möglich zu sein, aber wir werden sehen. Falls wir keine Konzerte spielen können, werden wir versuchen, über mehr Online-Aktionen präsent zu sein. Es wäre aber sehr traurig, wenn wir damit nicht rausgehen könnten, weil es ein so wichtiger Teil unserer Kunst ist, sie von Mensch zu Mensch, in persönlicher Begegnung, zu teilen. Aber trotz aller Einschränkungen ist diese Corona-Zeit ja gleichzeitig für uns alle eine große Chance, uns die Frage nach dem Haben oder Sein in der Stille mal wirklich ernsthaft und sorgfältig zu stellen. Sofern wir die Stille eben zulassen können. Meine Hoffnung ist, dass das neue Album wenigstens ein ganz klein bisschen zu diesem inneren Prozess beitragen kann. Das würde mich schon sehr glücklich machen.

IV: Haben oder Sein

Das neue Album von Jens Böttcher & dem Orchester des himmlischen Friedens erscheint im Juni!!!
Wir sind fleißig in Produktion.
Alle Details demnächst hier. 

Crowdfunding für das neue Album "VI: Haben oder Sein"

Vielen Dank an alle, die schon mitgemacht haben!! :-) Bitte helft uns weiter beim Crowdfunding fürs neue Album.  

Der kleine Nuffel :-) 

Ab jetzt überall erhältlich. Ein Kinderbuch mit warmherzigen und liebevollen Geschichten und Gebeten. Geschrieben von Stefanie Wilkens und Jens Böttcher, mit wunderschönen Illustrationen von Henry Sperling. Eine Veröffentlichung vom Verlag am Birnbach in Zusammenarbeit mit schwarzweissradio.


2020: Neues Album & Tourdaten 


1. Januar 2020. Neues Jahr, neues Jahrzehnt. Ich freue mich auf alles was kommt  - auf die geplanten und die ungeplanten Ereignisse, auf die verlässliche Dynamik des Lebens, die uns doch immer wieder nur die Illusion lässt, dass wir irgendetwas (von den wichtigen Dingen) wirklich selbst kontrollieren können. Dies vorweg geschickt, hoffe ich, dass der Himmel mir schenkt, in diesem Jahr die nächsten Herzens-Projekte verwirklichen zu können. 
Henry, Karsten und ich sind gerade dabei, mein nächstes Album zu produzieren. Ich freue mich riesig darauf, euch die neuen Songs präsentieren zu dürfen. Ende Januar starten wir dafür ein Crowdfunding, bei dem wir wieder auf eure Hilfe hoffen. Das Album wird übrigens sehr besonders, im Sinne von ungewöhnlich  - :-) mehr Details verrate ich demnächst hier. :-) Es wird wieder bei unserem eigenen Label/Verlag schwarzweissradio erscheinen, da wir es weiterhin lieben, frei zu sein und uns nicht den sonderbaren (angeblichen) "Gesetzen des Marktes" zu unterwerfen. Was wir stattdessen möchten: intensive Herzens-Kunst mit euch zu teilen, uns mit euch zu verbinden, die Kunst sprechen, singen und berühren lassen, wo sie berühren möchte. 
Außerdem werden wir wieder unterwegs sein (mit dem Orchester und mit Henrys "Wullefump"). Wir hoffen, euch unterwegs zu treffen! Hier die ersten bestätigten Termine (bald mehr). Wir freuen uns schon auf euch... 

18/1 Berlin (mit Hossatalk) Heilig.Berlin, Wilmersdorf
31/1-6/2 Jens Böttcher als Teil des Web-Seminars „Der kraftvolle Mann“ von Urs Meyer
01/3 Repis Teeketel Wedel – Wullefump (szenische Lesung mit Henry, Karsten und Jens 1530h )
12/3 Remchingen, Hauskonzert, Lesung mit Musik 
13/3 Heiligenberg, Café Landei, 20h
14/3 Büsingen am Hochrhein, Evangelische Kirche, 1930h
15/3 Büsingen am Hochrhein – Wullefump (szenische Lesung mit Henry, Karsten und Jens )
29/3/ Hamburg-Harburg (15h, Stellwerk im Hamburger Bahnhof, Wullefump-Lesung mit Henry, Karsten und Jens)

Jens Böttcher & das Orchester des himmlischen Friedens. Konzert in Engelskirchen/Schnellenbach, Samstag, 7/12, 1930h. 


Liebe Freunde, herzliche Einladung an euch alle, egal woher ihr kommt... :-)Am Samstag findet wieder unser persönliches "Wacken" statt... von nah und fern kommen nette Menschen angesegelt und treffen sich mit uns und unserem lieben Freund und Veranstalter Henning Strunk in der evangelischen Kirche in Schnellenbach... wir freuen uns sehr darauf. Nachdem ja schon eine Reihe Konzerte wegen meiner Malade ausfallen mussten, wird das nun wieder ein besonderer Abend - mit special Guests Roberto Lange (Vorprogramm) und Stefanie Wilkens (Kurzlesung), außerdem werden wir diesmal Henning zu uns auf die Bühne bitten, ich werde auch ein bisschen lesen ("Der Tag, an dem Gott nicht mehr Gott heißen wollte") und ein paar brandneue, ungehörte Songs Premiere feiern lassen... kommt vorbei, wir freuen uns! ps: die Aftershowparty im Hotel findet auch wieder statt. :-) 

Heimweh nach einem Traum


Unser "Heimweh-nach-einem-Traum"-Projekt (Buch und CD) war bislang nur auf Tour erhältlich, jetzt ist es auch im Buchhandel und natürlich direkt bei uns zu bekommen. Die Texte in dem Buch sind eine Sammlung aus Gedanken, Poesie, kleinen Geschichten und Tagebucheinträgen von mir. Wir haben kürzlich ein paar Lesungen daraus aufgenommen und wunderschöne kleine Filme daraus gemacht, die wir nun in den nächsten Woche hier posten werden. Sagt und teilt es sehr gern weiter. Lasst uns alle weiterhin ein kleines gallisches Dorf sein, das es mehr und mehr wagt, den sonder- und streitbaren Geistern der Zeit ein überzeugtes Lächeln der Sanftheit und Liebe entgegenzuhalten. Zum Auftakt und zum Einfühlen hier mal der Auftakttext des Buches ...

1 # Der Traum, das Wagnis.

Wir tun uns selbst Gewalt an, wenn wir uns nicht erlauben, weiter zu träumen. Es gibt sogar einen Traum, den viele von uns gleichzeitig träumen - verängstigt oder tapfer, suchend oder gefunden, gedemütigt oder ermutigt, verwelkend oder knospend, schlafend oder wach. Es ist der Traum von einem liebenden Ich, einem liebenden Wir. Wagen wir es weiter, zu träumen. Suchen wir diesen Teil des eigenen Seins in jenen Kammern unserer Herzen, die mit himmlischer Liebe gefüllt sind und aus denen wir auf der Reise immer wieder schöpfen und trinken dürfen. Träumen wir davon, weitere Spurenelemente von uns selbst zu finden, dort, wo die Schwere unserer Gedanken, Selbstzweifel, Vorwürfe und Ängste endet: In der stillen Vergebung für uns und andere, die nicht davon abhängt, ob sie jemand akzeptiert. Dort, wo der Mut wartet, den alten Träumen neu zu vertrauen, darin auch das Vertrauen auf unsere eigene Gabe der Gnade und Barmherzigkeit - zunächst für all die Teile in uns, die seit Jahren weinen, wüten, trauern und Krawall machen, weil wir selbst sie ausdauernd ignorieren und ungehört lassen. Träumen wir weiter davon, dass die Liebe diese Welt mit uns als Boten ihrer sanften Kraft beatmen darf. Was für ein wunderbarer Satz, den Christus diesbezüglich mal sagte: Das Königreich des Himmels ist mitten unter uns. Natürlich, er meinte auch sich selbst - ein menschliches Gefäß, das von bedingungsloser Liebe überlief und deshalb noch heute in der Lage ist, unseren plagenden Seelendurst zu stillen. Und man darf da übrigens nichts verwechseln – dieser Christus steht sehr oft nicht im Zentrum der sogenannten Christenheit, aber er ist doch immer dort, wo das eigene Herz sich in einen Ort der Güte und der Sanftheit verwandelt. Was sonst – außer dem Windhauch bedingungsloser Liebe – könnte unsere Herzen verwandeln? Das Königreich des Himmels findet sich in einem Traum nach Liebe und es beginnt in Senfkorngröße mit der Öffnung des eigenen Herzens, mit behutsamer Ehrlichkeit, mit dem wachsenden Bewusstsein eines Schuldenerlasses für uns selbst. In der wahren Liebe findet sich keine Schuld und keine Angst. In der Liebe findet und trifft die Liebe sich selbst. Sie ist nicht zu verstehen. Und sie ist nicht zu lernen. Aber sie atmet in uns. Sie atmet uns. Gnade. Annahme. Achtsamkeit. Akzeptanz. Wer in der Liebe ist, der ist in Gott (1.Johannesbrief). Dieses Wunder ist in uns, irgendwo da unten, an einem inneren Ort, an dem aus knorrigen Bäumen wundervolle Blumenleitern in den Himmel wachsen, irgendwo in den tiefsten Tiefen der Stille, aus der all unsere Träume gemeinsam mit unseren vielen Tränen auf die Reise gehen.

# Jens Böttcher # Orchester des himmlischen Friedens # Henry Sperling # Karsten Deutschmann # LiebeheiltdieWeltwennwirsielassen

Herbst-Tour 2019

schwarzweissradio präsentiert: 
   
JENS BÖTTCHER & DAS ORCHESTER DES HIMMLISCHEN FRIEDENS 


13/9 Dresden (Hochzeitsfeier, Jens Solo, privat)
13/9 Dresden (Hochzeitsfeier, Konzert, privat)
28/9 Bad Segeberg (Jugendzentrum Mühle, An der Trave 1, 20h)
10/10 Wedel (bei Hamburg) Stadbücherei, Lesung mit Musik.
7/11 Stockach, Bücher am Markt, Lesung mit Musik
8/11 Heiligenberg, Café Landei, 20h
9/11 Büsingen am Hochrein, Evangelische Kirche, 1930h
7/12 Engelskirchen/Schnellenbach, Evangelische Kirche, 20h
8/12 Engelskirchen/Schnellenbach, Evangelische Kirche, Gottesdienst, 10h

Aus meiner Werkstatt

Mittwoch/ 10/7/19

Liebe Freunde, danke für die vielen wundervollen Reaktionen auf mein Buch "Der Tag, an dem Gott nicht mehr Gott heißen wollte". Ich freue mich darüber immer sehr. Überdies gibt's hier bei mir mal wieder kein Sommerloch. Ich schreibe dieser Tage, Wochen, reihenweise neue Songs für mein neues Album. Es sind schon wieder so viele, wird schwer Entscheidungen zu treffen - ich würde am liebsten gleich mal wieder ein Doppelalbum aufnehmen. :-) Auf jeden Fall werde ich schon bald mit den Aufnahmen beginnen. :-)) Und freue mich jetzt schon drauf, die neuen Lieder und Gedanken mit euch zu teilen. Ein paar Tourtermine im Herbst/Winter wird es auch geben. :-) 
 

# Henry Sperling # Karsten Deutschmann # Orchester des himmlischen Friedens # Jens Böttcher # AlbumNoVIdemnächstineinemLIchtspielhausineurerNähe

Neues aus Himmelherzhausen

Montag, 3/6/2019

Liebe Freunde, hier mal ein kleines Update: Henry, Karsten und ich arbeiten an ein paar wunderbaren Projekten, u.a. schreibe ich reihenweise neue Songs für unser nächstes Album - und es wird einige Tourtermine im Herbst geben. Sobald es mehr Details gibt, sage ich natürlich bescheid. Falls ihr ein Konzert/Lesung mit uns veranstalten möchtet, meldet euch gern! Wir produzieren außerdem grade ein paar Videos zu unserem Heimweh-nach-einem-Traum-Projekt (=Buch mit CD), das bislang ja nur auf Tour erhältlich war. Apropos Buch - hier mal ein Auszug aus einer schönen Rezi zu "Der Tag, an dem Gott nicht mehr Gott heißen wollte". Bitte empfehlt es weiter gern weiter... :-) 
Ihr seid wunderbar! Vielen Dank für eure Unterstützung, eure Mails, Kommentare und fürs Weitersagen. :-)


Der Tag, an dem Gott nicht mehr Gott heißen wollte.

"Ein wundervoll gestaltetes und sehr bewegendes Buch über viele Fragen,die sich jeder Mensch wohl schon gestellt hat mit autobiographischen Kontext. Mal zum Lächeln, mal zum Weinen, mal zum Nachdenken. Was wäre, wenn Gott auf einmal in unser Leben treten würde und uns bitten würde ihm einen neuen Namen zu geben? So passiert es Leon,dem Hauptdarsteller dieses Buches, er erlebt einige Abenteuer mit Gott und eine Liebesgeschichte die romantischer nicht sein kann. Dieses Buch ist mein absolutes Lieblingsbuch geworden. Jens Böttcher schreibt so tiefsinnig und poetisch, dass es an keinem Herzen vorbeigehen kann!!!"

Carpe Diem

Dienstag, 18.5. 2019
 
Am Freitag, den 24.5. spielen Henry, Karsten und ich ein Konzert im evangelischen Bildungszentrum in Bad Bederkesa. Kommt vorbei! Weitere Infos gibt's hier...